Begegnungen in Siebenbürgen
Eine kleine Gruppe von sechs Frauen, bestehend aus Vertreterinnen der Protestantischen Solidarität Schaffhausen und der Protestantischen Solidarität Schweiz sowie aus verschiedenen Gemeinden, erlebte anfangs August eine zehntägige Reise nach Siebenbürgen voller Begegnungen und bewegenden Erfahrungen.
Karin Baumgartner-Vetterli,
Die Beziehungen mit der reformierten Kirche in Siebenbürgen sind langjährig. Einerseits sind wir durch persönliche Freundschaften und Gemeindekontakte verbunden, andererseits konnten verschiedene Projekte realisiert werden. Während der diesjährigen Reise hatten wir unter anderem das Ziel, die im Kreis Maros liegende Gemeinde Disznajo zu besuchen. Dort hat die Protestantische Solidarität Schaffhausen zur Sanierung der Orgel beigetragen.
Wir konnten nicht nur die wunderschön restaurierte Orgel bestaunen und ein kleines Konzert geniessen, nachdem Pfarrer Lajos Tatar das Instrument und auch die schöne alte Kirche erklärt hatte, sondern wir wurden vom Kirchenstand mit Speis und Trank aufs herzlichste empfangen. Die Offenheit und Warmherzigkeit der Begegnung hat uns tief berührt. Wir sind einer aktiven und jungen Gemeinde begegnet, die mit Treue zur Tradition auch neue Wege geht. Wir haben viel gelernt an diesem Abend, auch darüber, wie sehr die Verbindung über die Grenzen eine ermutigende Perspektive für die eigene Kirche ist, und wie Solidarität existiert auch durch die weiter bestehende spirituelle Verbindung. Wir freuen uns erlebt zu haben, dass die Orgel in Disznajo wieder klingt und das lebhafte Gemeindeleben bereichert - zur Freude der Menschen und zur Ehre Gottes.
Wir haben auf unserer Reise weitere Gemeinden besucht und viel Eindrückliches über die siebenbürgische Kirche erfahren, die in der schwierigen Diasporasituation unerschütterlich und vertrauensvoll ihren Weg geht, und wir haben miteinander Gottesdienst gefeiert - Mittelpunkt allen Miteinanders. Und natürlich haben wir die Schönheit Siebenbürgens, den Reichtum seiner Kultur und das feine Essen ausgiebig genossen!
Der Abschied war nicht einfach. Es sind neue Freundschaften und Beziehungen entstanden und wir haben die Kraft und den Segen gelebter Solidarität erfahren - und neuen Mut geschöpft, auf diesem Weg gemeinsam weiter zu gehen.